22 April 2016

be carfeful who to invest your time in.
wasted time is worse than wasted money.


Mit 13 Jahren war ich an einem der schlimmsten Punkte in meinem Leben. Jeden Morgen stand ich mit Bauchschmerzen auf. Aus einem einzigen Grund: Ich wusste, ich musste zurück in die Schule. An den Ort, an dem ich keine Freunde hatte. An dem ich lieber im Schulunterricht saß, statt in der Pause. Weil ich dort alleine war. Hier konnte ich mich in einer der Toiletten verstecken und darauf hoffen, dass der Welt da draußen mein kurzes Verschwinden nicht auffiel. Ich wollte jede Pause einfach nur so schnell es geht hinter mich bringen.

Wie kann es sein, dass ein Mensch mit 13 Jahren Angst vor anderen Menschen hat? Wie kann es sein, dass ein 13-jähriges Mädchen denkt, sie wäre nicht richtig? Sie wäre falsch und deswegen selbst schuld daran, die Auserwählte zu sein. Die zu sein, auf die alle Anführer der Klasse herumtrampeln? Ihr die leere Cola-Dose an den Kopf warfen? Ihre Klamotten versteckten und sie mit Worten beschrieben, die ihr so peinlich waren, das sie den Lehrern nichts davon sagte? Das war die schlimmste Zeit meines Lebens. Fünf Tage die Woche jeden verdammten Tag von 8 bis 14 Uhr hab ich das Leben eines Menschen gelebt, der keinen Grund hatte das Leben zu lieben. Und meine Eltern haben erst sehr spät davon erfahren. Weil es mir peinlich war. Es war mir peinlich ihnen zu sagen, was ich für eine Enttäuschung war. Das von allen Kindern ausgerechnet ihre Tochter diejenige war, die alleine in der Pause stand.


Und heute weiß ich, dass es für mich wahrscheinlich das Beste war, was mir passieren konnte. Nein, damit meine ich nicht, dass es gut war derartiges zu erleben. Niemand sollte das. Niemand sollte denken, dass die Menschen die einem psychisch und physisch verletzen die besseren Menschen sind. Aber am Ende des Tages habe ich es überlebt. Ich habe nicht nur Menschen kennen gelernt die sich hinter mich gestellt haben und mich für das gesehen haben was ich bin. Ich bin aus der Sache mit einer Stärke rausgekommen, die mir gezeigt hat, dass meine Grenzen noch lange nicht erreicht sind. Das mein "anders sein" genau richtig war. Und das allerwichtigste ist, ich habe gelernt loszulassen. Loszulassen was mir schadet. Ich habe gelernt, dass ich die wichtigste Peson für mich selbst bin. Das allein sein besser ist, als mit Menschen zusammen zu sein, die nicht wissen wer ich wirklich bin und mir nichts Gutes wünschen. Wie sehr wollte ich als 13-jährige mit Menschen befreundet sein, die mich beschimpft haben. Ich wollte zu ihnen gehören. Mich einfügen in das Geflecht und ja, ich wollte nicht auffallen. Auch nicht positiv. Ich hätte mich selbst für diese Menschen verraten. Heute kann ich mir das nicht mehr vorstellen.

Heute habe ich erkannt, dass manche Menschen meine Energie, meine Zeit und meine Gedanken nicht verdient haben. Ich bin nicht mehr 13. Ich habe es damals ohne diese Menschen geschafft. Manchmal ertappe ich mich dabei meine Energie und Gedanken für Menschen und Dinge aufzubringen, die dies übergbaupt nicht wertschätzen. Versteht mich nicht falsch. Ich möchte keine Dankesreden oder Lob. Ich bin nur nicht länger bereit, meine eigene Zeit in Menschen zu investieren, die dies garnicht möchten. Die mich zwar dabei haben wollen aber irgendwie auch nicht. Die nur die Gesellschaft möchten, wenn es einem gut geht, wenn man fröhlich plaudert und immerzu strahlt. Das ist für mich nicht ehrlich. Das Leben läuft so nicht. Wir haben gute Momente und wir haben Schlechte. Wir haben Tage, an denen wir nicht wissen wohin mit der Lebensfreude und Tage, an denen wir uns nur unfair behandelt fühlen und uns selbst nicht wirklich mögen. Das ist normal. Aber unsere schlechten Momente überstehen wir nur, wenn wir an uns selbst glauben. Und wenn auch andere Menschen an uns glauben. Wenn diese sich jedoch in nicht allzu rosa-roten Zeiten kontinuierlich abwenden, dann haben sie die positiven Phasen unseres Lebens schlichtweg nicht verdient. Manchmal dauert es mitunter zu lang das zu sehen. Oft erst dann, wenn man die Energie längst schon aufgebracht hat. Aber eines Tages sieht man es dann eben doch. Und entscheidet sich für sich selbst.



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